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Die Geschichte des Marktes Breitenbrunn, der im Jahr 826 zum ersten
Mal urkundlich erwähnt wird, ist eng mit dem Namen Tilly verbunden. Johann Tserclaes
Graf von Tilly war einer der erfolgreichsten Heerführer im Dreißigjährigen
Krieg (1618-1648). Im Namen der katholischen Liga, die von Kaiser Ferdinand II. von
Österreich und Kurfürst Maximilian I. von Bayern angeführt wurde, kämpfte
er gegen die Protestanten. Deren Haupt und zugleich Tillys erbittertster Widersacher
war der schwedische König Gustav Adolf II., der sein Land zu einer europäischen
Großmacht erheben wollte und große Teile Deutschlands besetzt hielt. In
Anerkennung seiner überragenden militärischen Verdienste verlieh Kurfürst
Maximilian Tilly am 2. Mai 1624 die Herrschaft über Schloss und Gericht "Praittenegg"
sowie den Markt "Praitprunnin" (Breitenbrunn).
Tilly stammte aus einer angesehenen, flämischen Adelsfamilie im südlichen
Brabant (heute Belgien), das damals zur spanischen Niederlage gehörte und Teil
des spanischen Weltreichs war. Die Eltern schickten ihren Sprössling zunächst
auf eine Jesuitenschule - er sollte Priester werden. Doch der einzige Wunsch des jungen
Mannes war, Soldat zu werden. Er erlernte das Kriegshandwerk von der Pike auf, diente
als junger Fähnrich in den Armeen der Herzöge von Parma und Lothringen und
trat 1594 in die kaiserliche Armee ein, wo er im gleichen Jahr in Ungarn gegen die
Türken zu Felde zog.
Bereits 1604 ernannte der Kaiser Tilly zum Feldmarschall. In den Schlachten
des Dreißigjährigen Krieges stieg er zum bedeutendsten Feldherr neben Wallenstein
auf.
Wegen seiner katholischen Erziehung und seines tief verwurzelten Glaubens wurde Tilly
auch der "Heilige im Harnisch" genannt. Bei seinen Truppen achtete er auf
strengste Disziplin : Übergriffe gegen Frauen wurden unerbittlich bestraft. Er
selbst sagte einmal über sich: "Ich habe nie einen Rausch gehabt, nie eine
Frau berührt und nie eine Schlacht verloren." Das Letztere zumindest stimmte
nicht. In seinem letzten Lebensjahr verließ den greisen Krieger das Schlachtenglück.
Am 17. September 1631 verlor er bei Breitenfeld/Leipzig gegen die Schweden, am 15.
April 1632 unterlag er dem gleichen Gegner bei Rain am Lech. Dort zerfetzte eine Kanonenkugel
sein rechtes Bein. Mühsam wurde, der 73jährige in einer Sänfte nach
Ingolstadt gebracht, wo er am 30. April starb.
Die Schweden zogen nach dem Sieg mordend und plündernd durch ganz
Bayern und richteten unter der Bevölkerung furchtbare Greuel an. Nach seinem Tod
übernahm sein Neffe Werner Graf von Tserclaes die Herrschaft über die Besitztümer.
Als Maria Theresia Reichsgräfin von Tilly am 21. Juli 1744 in Breitenbrunn stirbt,
erlischt die bayerische Linie dieses, berühmten Geschlechts.
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